Lara, Marthe, Ben und Lena aus demIMG 2202 Kopie Biologiekurs (Q1) von Herrn Petzold waren mit ihm und vielen anderen am 2. April 2017 beim Bäumepflanzen im Wald. Diese Aktion nennt sich LZ-Blätterwald und fand das zwölfte Mal statt, dieses Jahr im Lüneburger Stadtteil Hagen, und zwar im Wald „Bilmer Strauch“.

 

Die Idee des Projekts ist, dass Bürgerinnen und Bürger zusammen unter Anleitung fachkundiger Helfer mehrere hundert Bäume in einem extra vorbereiteten Waldstück pflanzen, um aus einer Monokultur langfristig einen artenreichen Mischwald werden zu lassen. Dabei wird ein bestehender Wald, aus dem die meisten Nadelbäume entnommen wurden, mit Laubgehölzen unterpflanzt. Dieses Jahr wurden Roteichen und Rotbuchen gepflanzt. So ein Mischwald hat viele Vorteile. Zum einen finden viele Menschen so einen Wald einfach schöner, der Naherholungswert steigt also. Für viele Menschen ist aber auch wichtig, dass die Artenvielfalt – die Biodiversität – in so einem Mischwald viel höher ist als in einem Wald mit nur einer Baumart, „Monokultur“ genannt. Bei der Aktion LZ-Blätterwald geht es aber in erster Linie darum, dass in so einem Wald die Neubildung des Grundwassers stärker stattfindet als in einem reinen Kiefernwald. Dieses hat mehrere Gründe:

 

In einem Nadelwald wird ein Großteil des Regens ganzjährig durch die Nadeln an den Bäumen zurückgehalten und verdunstet von diesen dann wieder, gelangt also gar nicht auf den Waldboden. Ein Laubwald ist hingegen nur vom Frühling bis zum Herbst belaubt. Der Regen, der im Nadelwald am Boden ankommt, wird hauptsächlich von der geschlossenen Grasschicht aufgenommen und verdunstet von dort auch wieder. In einem Mischwald gibt es nur wenig Gras auf dem Waldboden, da dieser im Sommer von den Laubbäumen zu stark beschattet wird. Auf dem Waldboden liegt hier eine Streuschicht aus abgestorbenen Blättern und Ästen auf, die das Regenwasser viel besser hindurchlässt. So gelangt schließlich mehr Wasser ins Grundwasser, welches vom Menschen z.B. als Trinkwasser, aber auch für den Haushalt, genutzt wird.

 

Pro Quadratmeter beträgt der Gewinn an Grundwasser bis zu 80 Liter, also pro Hektar (100 m x 100 m) bis zu 800000 Liter. Da ein Mensch in Deutschland pro Jahr im Haushalt ca. 45000 Liter verbraucht, reicht also allein schon das zusätzliche Grundwasser eines Hektars für bis zu 17 Personen aus.

 

Ein Mischwald hat darüber hinaus noch ganz andere Vorteile: Er ist weniger anfällig für Windwurf bei starkem Sturm und auch weniger anfällig für Schädlingsbefall. Auch lassen sich einzelne Stämme sehr teuer verkaufen.

 

Die gepflanzten Bäume wurden übrigens von Bürgerinnen und Bürgern bezahlt, den Baumpaten, und von zwei Lüneburger Firmen (Bockelmann-Holz und Marwitz Textilpflege).

 

Die Aktion LZ-Blätterwald ist sehr nachhaltig, da ein ökologisch wertvollerer Wald geschaffen wird, der stärker zur Neubildung des Grundwassers beiträgt, und dieses in einer großen Gemeinschaftsaktion von Jung und Alt, Politik und Wirtschaft, Bürgerinnen und Bürgern.