„Die Sprache macht den Menschen – die Herkunft macht es nicht.“

So fasst Professor Higgins in dem Musical „My fair Lady“ seine Bemühungen um Eliza Doolittle zusammen, um dann den Stoßseufzer zum Himmel zu schicken: „Kann denn die Kinder keiner lehren, wie man spricht?“

 

Die Sprache lehren – den Menschen machen. Das ist die Aufgabe des Deutschunterrichts, darum ringen wir. Wir – das sind die Deutschlehrer und -lehrerinnen an der Herderschule: mit 22 Lehrerinnen und Lehrern, verstärkt durch 3 Referendare und Referendarinnen, die größte Fachschaft unserer Schule.

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Trotz aller Favorisierung der Naturwissenschaften, der Technisierung der Welt und des Strebens nach Rationalisierung ist der Deutschunterricht noch immer das Kernfach in den deutschen Schulen. Im Zentrum steht natürlich die Sprache. Die Sprache drückt Emotionen, Gefühle und rationale Prozesse aus; sie ist die Grundlage unserer komplexen sozialen Systeme. Ohne Sprache gibt es keine dauerhaften sozialen Bindungen; mit Sprache werden Machtverhältnisse etabliert. Darum ist es uns wichtig, dass sich unsere Schülerinnen und Schüler mit Sprache und ihrem Gebrauch auseinander setzen. Sie sollen ein Gespür für die Sprache, für ihre Schönheit und ihre Kraft, für ihre schöpferischen und zerstörerischen Energien, gewinnen. Sie sollen sie korrekt und bewusst verwenden und sie kritisch reflektieren, um nicht selber Opfer von Sprache zu werden.

 

Unsere Schülerinnen und Schüler sollen aber nicht nur ihre Sprache kennen und gebrauchen lernen, sie sollen auch literarisch gebildet werden, eine Orientierungshilfe in der Vielfalt der modernen Medienwelt erhalten, ihre Gesprächs- und Argumentationskompetenz ausbauen, ihre Persönlichkeit entwickeln. Unsere Wunsch-Herderschüler beherrschen alle grammatischen Regeln, schreiben sauber und richtig, sind belesen, rhetorisch begabt, vielseitig informiert und interessiert, denken komplex, können kritisch mit allen Arten von Medien umgehen – und haben Freude am Umgang mit Literatur.

 

Um dies zu erreichen, schulen wir unsere Schülerinnen und Schüler in den Techniken und Methoden der Textanalyse und Textproduktion, untersuchen wir mit ihnen die rhetorischen Mittel und ihre Funktion, lesen wir Werke der klassischen und modernen Literatur, entschlüsseln wir Sachtexte, erörtern wir Problemstellungen – und pauken wir Grammatik. Aber nicht nur mit analytischen Herangehensweisen erkunden wir die Sprache und ihre Wirkung, sondern ein wichtiger Pfeiler unseres Deutschunterrichtes ist auch der produktive und kreative Umgang mit Sprache und Literatur. Unsere Schülerinnen und Schüler schreiben Texte, ergänzen Texte, verändern Texte. Sie setzen sie szenisch um, sie wechseln Perspektiven, sie füllen Leerstellen. So möchten wir sie in die weite, faszinierende Welt der Literatur einführen und sie teilhaben lassen an dieser Faszination.

 

Wir wünschen uns, dass wir bei unseren Schülern und Schülerinnen Freude am Lesen wachrufen, Freude am Schreiben wecken und Freude am Sprechen über Texte fördern. Wir möchten ihnen helfen, interessierte und kritische Leser zu werden, und sie als eigenständige, selbstbewusste und erfahrene Menschen gut gerüstet in das Leben entlassen – getreu Professor Higgins’ Motto:Die Sprache macht den Menschen – die Herkunft macht es nicht.“

 

Oder wie Johann Gottfried Herder (1744-1803) es formulierte:

Der Mensch ist Mensch nur durch die Sprache.“

Regelmäßig müssen die Lehrer die Leistungen und die Leistungsfähigkeit ihrer Schülerinnen und Schüler feststellen und bewerten. Sie geben ihnen damit Orientierung und eine wichtige Rückmeldung über den erreichten Kompetenzstand.

 

Die Beurteilung und Benotung im Fach Deutsch findet auf der Basis einer kontinuierlichen Beobachtung der Schülerinnen und Schüler im Lernprozess und ihrer individuellen Lernfortschritte statt. Neben der mündlichen Beteiligung im Unterricht sind dabei auch die Ergebnisse schriftlicher Leistungsnachweise heranzuziehen. Deswegen muss jedes Jahr eine bestimme Anzahl an Klassenarbeiten und Klausuren geschrieben werden.

 

In der Mittelstufe sollen die Ergebnisse schriftlicher Lernkontrollen und die sonstigen Leistungen etwa gleichgewichtig in die Zeugnisnote eingehen (Kerncurriculum für das Gymnasium – Schuljahrgänge 5-10, S. 34).

 

Für die Oberstufe gilt: Der Anteil der schriftlichen Leistungen darf ein Drittel an der Gesamtzensur nicht unterschreiten und 50% nicht überschreiten (Kerncurriculum für das Gymnasium – gymnasiale Oberstufe, S. 60).

 

Auf der Basis  der geltenden Erlasse und Vorgaben hat die Klassenkonferenz eine Vereinbarung über Anzahl, Art, Dauer und Gewichtung der Klassenarbeiten und Klausuren beschlossen:

 

Aufsatzformen1Aufsatzformen auf dem Weg zum AbiturAufsatzformen2

 

Im Laufe deiner Schulzeit an der Herderschule wirst du viele Aufsätze schreiben. Nach und nach wirst du erfahren, wie viele unterschiedliche Arten von Aufsätzen es überhaupt gibt! Es sind nämlich gar nicht so wenige! Und mit jeder Art von Text will man etwas anderes erreichen. Du wirst Texte schreiben, mit denen du andere Menschen über etwas informierst, Texte, in denen du zu einer Meinung oder zu einem Problem Stellung beziehst, Texte, in denen du dich der Untersuchung anderer Texte oder Bilder widmest, Texte, mit denen du jemanden zu einer Handlung anregen möchtest, oder Texte, die nichts weiter bezwecken, als Spaß zu machen und dich oder andere zu unterhalten. Die vielen unterschiedlichen Absichten, die man mit einem Text verfolgt, kann man grob in fünf große Gruppen von Schreibformen ordnen:

  • informierend (berichten, beschreiben, schildern)
  • argumentierend (erörtern, kommentieren)
  • appellierend
  • untersuchend (analysieren, interpretieren)
  • gestaltend (erzählen, kreativ schreiben)

 

Die folgende Tabelle gibt dir einen Überblick darüber, in welcher Klasse du es mit welcher Aufsatzform zu tun bekommst.

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Übersicht: Aufsatzformen auf dem Weg zum Abitur

Um die Bewertung der mündlichen Mitarbeit der Schülerinnen und Schülern in den Kursen der Sekundarstufe II (Jahrgänge 10, 11 und 12) transparent und nachvollziehbar zu gestalten und um den Schülerinnen und Schülern eine Hilfe zur Selbsteinschätzung zu bieten, hat die Fachkonferenz Deutsch sich am 08.04.2010 auf Kriterien zur Leistungsbewertung im Fach Deutsch (gymnasiale Oberstufe) geeinigt.

FÖRDERKONZEPT Deutsch

 

1) Allgemeines zu den Fördermöglichkeiten im Fach Deutsch

Wir bieten Ihren Kindern, so weit es uns möglich ist, Förderung im Rahmen des Deutschunterrichts. Daneben findet spezielle Förderung in Förderkursen der Jahrgänge 5-7 statt.

Darüber hinaus fördern wir an unserer Schule in vielen Klassen des 5. bis 7. Jahrgangs das Lesen von Jugendbüchern mit dem Antolin-Programm. Für Jahrgang 6 wird alljährlich der Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels organisiert. Schülerinnen und Schüler sind außerdem herzlich dazu eingeladen, das Angebot des Selbstlernzentrums unserer Schule zu nutzen, in dem sich Belletristik, Fachliteratur und Übungshefte befinden.

 

2) Förderunterricht Rechtschreibung in den Jahrgängen 5-7

Normalerweise wird in den unteren drei Jahrgängen jeweils ein Förderkurs eingerichtet. Jeder Förderkurs hat Plätze für ca. 10 Schülerinnen und Schüler. Im Förderkurs des 1. Halbjahrs der 5. Klasse wird neben der Rechtschreibung auch das Vorlesen trainiert. In den späteren Kursen steht die Verbesserung der Rechtschreibkompetenz im Mittelpunkt.

Die Kurszusammensetzung ergibt sich auf der Basis von Übungs- und Vergleichsdiktaten, die nach Fehlerschwerpunkten ausgewertet werden. Die besonderen Überprüfungen finden im ersten Halbjahr der fünften Klasse und zu Beginn der siebten Klasse statt. Wenn sich bei diesen Überprüfungen größere Rechtschreibschwächen bei Ihrem Kind herausstellen, erhalten Sie eine Mitteilung.

Ein Teil der betroffenen Kinder kann im Förderunterricht gefördert werden. Diese erhalten eine schriftliche Einladung. Leider übersteigt in der Regel die Anzahl der Schüler, die gefördert werden sollen, die Plätze im Kurs. Schüler, die keinen Platz erhalten haben, werden in einer Warteliste geführt.

 

3) Häusliche Förderung

Da die Kapazitäten der Förderkurse nicht immer ausreichen, ist auch häusliche Förderung sehr sinnvoll.

Wenn sich bei Ihrem Kind in den oben erwähnten Überprüfungen Rechtschreibprobleme zeigen, erhält es zusammen mit der Fehleranalyse auch Übungsseiten zu seinen individuellen Fehlerbereichen für das Üben zu Hause.

Eine zusätzliche Möglichkeit der Förderung besteht darin, mit Hilfe eines Rechtschreibübungsheftes zu Hause zu arbeiten. Die Deutschlehrer/innen beraten Sie gern, welches Heft für die Anschaffung in Frage kommt. Dazu steht eine Handreichung zur Verfügung (siehe Punkt 6).

 

4) Schüler helfen Schülern

Wegen der begrenzten Plätze in unseren Förderkursen gibt es auch die Möglichkeit, Schüler helfen Schülern in Deutsch / Rechtschreibung zu belegen. Dieses Angebot läuft ab dem 2. Schulhalbjahr 2015/16 zur Probe. Genauere Informationen erhalten Sie über den Deutschlehrer oder die Deutschlehrerin Ihres Kindes. Es steht auch hier eine Handreichung zur Verfügung (siehe Punkt 6).

 

5) Lerntherapie

Schülerinnen und Schüler mit großen Problemen in der Rechtschreibung können im schulischen Rahmen nicht angemessen gefördert werden. Der Deutschlehrer bzw. die Deutschlehrerin wird Ihrem Kind dann eine professionelle Lerntherapie empfehlen.

 

6) Weitere Informationen

Folgende Materialien können Sie vom Deutschlehrer / von der Deutschlehrerin Ihres Kindes erhalten (je nach Bedarf):

-     „Vorschläge für das häusliche Rechtschreibtraining“

      (Tipps für die Wahl des richtigen Übungsheftes für die Rechtschreibung)

-     „Zum Umgang mit Lese-Rechtschreibschwäche“

      (ein wichtiger Leitfaden, in dem auch Informationen zum Nachteilsausgleich stehen)

-     „Informationen zu `Schüler helfen Schülern`(ShS) im Fach Deutsch / Rechtschreibung“

      (ShS ist nur in bestimmten Rechtschreibproblemen geeignet)

-     Übersicht mit den Adressen Lüneburger Lerntherapeuten

 

7) Rechtschreibförderung in höheren Jahrgängen

Leider stehen zu wenig Lehrerstunden zur Verfügung, um in Jahrgang 8 und den folgenden Jahrgängen Förderkurse anzubieten. Die Deutschlehrer/innen beraten aber Schüler/innen und deren Eltern, wie sie besondere Probleme angehen können. Schüler/innen der Oberstufe finden zur Wiederholung eine Zusammenfassung wichtiger Regeln zur Kommasetzung auf unserer Homepage. Hilfreich sind sicherlich auch unsere Übersichten, die Wissenswertes zu den Bereichen Grammatik und Zitiertechnik bieten.

 

Projekte sind ein wichtiger Bestandteil unseres Deutschunterrichtes. Hier bekommen die Schülerinnen und Schüler Freiräume, in denen sie kreativ und produktiv arbeiten können. Und das, was herauskommt, kann sich sehen lassen:

 

Plakate über Balladendichter gestalten

Eine Bildergeschichte zu einer Ballade gestalten

Eine Sage zu einem Bild erfinden

Eine Zeitung zu einer Novelle erstellen

Einen Flyer nach einem literarischen Vorbild erstellen

Plakate über Balladendichter gestalten

 

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„Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?“ – „Zu Dionys, dem Tyrannen, schlich ...“ – „Hat der alte Hexenmeister / Sich doch einmal wegbegeben ...“ – „O schaurig ist’s, übers Moor zu gehen“ – „Die Schwalbe fliegt über den Erie-See“ – „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten“. Wer kennt sie nicht, die berühmten Balladen unserer großen Dichter und Dichterinnen: Den „Erlkönig“ und die „Bürgschaft“, den „Zauberlehrling“ und den „Knaben im Moor“, „John Maynard“ und die „Loreley“? Die Schülerinnen und Schüler der Klassen 7FL und 7S2 kennen sie nun, sie haben sie gelesen und sich auch mit ihren Verfassern beschäftigt. Mit Eifer gestalteten sie Plakate, auf denen sie dem Betrachter Leben und Werk der Balladendichter vorstellen. Als schön anzusehende Produkte zieren sie den Klassenraum und geben dem Betrachter informative Einblicke in einen kleinen Ausschnitt der Literaturgeschichte.

 

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