In der letzten Woche haben einige Schüler aus dem 12. Jahrgang an der MIG-Woche, unterstützt durch das Lüneburger Unternehmen Sieb und Meyer, mit viel Begeisterung teilgenommen.

 

Wir haben gelernt, wie ein Unternehmen nach dem Wettbewerbsprinzip agiert und wie man sich selbst und seine Firma bestmöglich präsentiert.


Uns wurden drei Produkte gegeben auf vier verschiedenen Märkten und wir mussten innerhalb unseres Unternehmens entscheiden, wie viel Geld man in Forschung, Werbung etc. steckt, um den höchstmöglichen Gewinn zu erzielen. Schon nach dem ersten Tag, welcher die erste Periode simulierte, ist der Wettbewerb gestiegen und die Gruppen haben begonnen sich um den Titel des Markführers zu bemühen.


Am Mittwoch stand uns Schülern der besonders aufregende Präsentationsabend bevor. Wir haben vor Vertretern von verschiedenen Institutionen unseren selbst entwickelten elektrischen Fensterreiniger präsentiert und vermarktet. Jedes Unternehmen hat seine individuelle Interpretation des Fensterreinigers präsentiert, woraufhin die Zuhörer ihren persönlichen Favoriten auswählten. Am Ende des Abends wurde während eines Buffets zu einem persönlichen Gespräch zwischen Schülern und Unternehmern aufgerufen.

 

Die Woche war für alle Beteiligten nicht nur lehrreich, sondern auch eine besondere Erfahrung im Bereich des Managements. Wir bedanken uns herzlich bei allen Mitwirkenden und Organisatoren wie Sieb und Meyer für diese lehrreiche Woche.

Eine kurze Erzählung zum Management Information Game (MIG) bei unserem Partnerunternehmen Sieb&Meyer.

 

IMG 4644Wirtschaft. Was bedeutet das? Eine fremde und wage Beschreibung eines kaum greifbaren Prozesses, der uns stetig umgibt. Im Politik-Wirtschaft-Unterricht wird einem die Theorie unterrichtet, die Prinzipien, Gedanken und Hintergründe. Wie kluge Köpfe von Adam Smith bis John Maynard Keynes sich Gedanken zu der optimalen Arbeitsteilung des Menschen machten.


Jedoch gibt es gravierende Unterschiede zwischen dem Lernen und den eigentlichen Entscheidungen, denn im MIG sind sie der Vorstand. Sie tragen die Verantwortung, sie handeln, sie entscheiden. Es ist die Chance Wissen anzuwenden.


Man wird in die Welt der Wirtschaft von Herrn Kussatz (Spielleiter des BNW) eingeführt. Mit ruhiger und bedachter Stimme erklärt er einem diese Welt und aus jedem seiner Worte spricht die Erfahrung und die Überzeugung, sodass man schnell vergisst, dass er tatsächlich einem etwas beibringt.


Wenn eine fremde Person während des MIGs in einen der Räume von Sieb&Meyer gehen würde, während die Schülerinnen und Schüler wild diskutieren, würde sie nicht besonders viel verstehen. Liquidität, Marktvolumen, Konjunkturentwicklung, Absatz, Wertschöpfung, was mag das wohl heißen? Binnen zwei Tagen von harter Arbeit steigt man in den Wirtschaftsjargon ein und kommuniziert bereits wie echte Unternehmer. Weiterhin sollte man natürlich nie die sozialen und ökologischen Ziele des Unternehmens vergessen, also vielleicht doch etwas mehr Profit aufgeben, um Arbeitsplätze zu behalten, aber dann müsste man doch zurückbleiben und Marktanteile aufgeben? Vielleicht also doch ein Mittelweg? Bei dem MIG lernt man Kompromisse einzugehen mit seinem Mitvorstand, aber auch seine persönlichen Prinzipien und Einstellungen zurückzustellen, um das Wohl der „Firma“ zu garantieren. Ich werde nicht zu viel von dem „Firmenalltag“ erzählen, nur dass sie es nicht unterschätzen sollten. Auf einmal schaut man auf die Uhr und der halbe Tag ist rum. Aber wenn die Konkurrenz bis 20.00 bleibt und an der Produktentwicklung arbeitet, können sie doch wohl schlecht schon nach Hause gehen? Also noch eine Stunde länger.


Das MIG zeigt einem auf vielen verschiedenen Ebenen die Komplexität und Produktivität die unsere deutsche Marktwirtschaft zu bieten hat und wieso.


Neben der alltäglichen Arbeit an der Firma, dem Absatz der nächsten Periode und der Produktentwicklung erhält man auch weitere Informationen über bestimmte Wirtschaftsthemen. Diese Seminare werden von Vertretern der Lüneburger Wirtschaft gehalten. Von Personalwesen und Controlling bis hin zu Aktien und der Börse. In mehr und ab und zu weniger faszinierenden Vorträgen geben sich die Vertreter größte Mühe euer Interesse an ihnen und ihrer Arbeit zu wecken. Es gibt einem als Schüler die Möglichkeit einzuschätzen, ob man sich vielleicht eine Zukunft in diesen Branchen vorstellen kann. Es bietet Perspektive.


Letztlich kann ich nur sagen, dass ich sehr froh darüber bin an diesem Spiel teilgenommen zu haben und es mir auch die Augen geöffnet hat. Wer harte, aber spannende Arbeit nicht scheut, eine bleibende Erinnerung erhalten möchte und einen Bruch mit dem Schulalltag braucht, vielleicht sogar mit dem Gedanken spielt in die Wirtschaft zu gehen, der sollte den Schritt wagen und bei diesem einzigartigen Projekt mitmachen.

MIG 2015