Eine gelungene Partnerschaft: Die SIEB & MEYER AG und die Herderschule

 

Auf der Seite des Faches Kunst finden Sie weitere Aspekte der Kooperation mit unserer Partnerfirma.

 

Stellen Sie sich vor, Sie gehen als Lehrer in einem Unternehmen ein und aus, so selbstverständlich, als würden Sie dazugehören. Alle Türen stehen Ihnen offen, Sie kennen das Unternehmen so gut, dass Sie sich auch allein dort zurechtfinden und Sie werden überall freundlich begrüßt, weil man Sie kennt.

 

Mit der gleichen Selbstverständlichkeit sind Firmenleitung und Vorstand in der Partnerschule. Sollte etwas Besonderes passieren, sind sie dabei: bei Abi-Entlassungen, Schulfesten, Podiumsdiskussionen und natürlich bei den kulturellen Höhepunkten des Schuljahres, den Musik- und Theateraufführungen. Das ist in unserer Partnerschaft inzwischen Alltag geworden, und das ist gut so. Der Betrieb kennt die Schule. Wann immer in der Schule wirtschaftlicher Sachverstand gefragt ist, kommt jemand: der Vorstandsvorsitzende, der Personalchef, der Entwicklungsingenieur oder der Ausbilder mit seinen Azubis.Und wenn es mal nicht um Wirtschaft geht, dann spielen Betriebs- und Lehrermannschaft gemeinsam Fußball, oder die Bigband der Schule umrahmt das Betriebsfest, oder der Leistungskurs Kunst gestaltet mit seinen Werken eine Ausstellung im Verwaltungsgebäude der Firma. Diese Vernissage wird dann von musizierenden Lehrern eröffnet und führt zu zwanglosen Gesprächen zwischen Lehrern, Schülern und Mitarbeitern des Betriebes.

 

Das Managment Information Game (MIG) findet im Partnerbetrieb statt. Die Schüler lernen, wie man ein Unternehmen führt, wie man bilanziert, Marketing-Konzepte entwirft und Arbeitskosten kalkuliert. Beraten werden sie dabei von der Personalleiterin, vom Marketing-Leiter, vom Bilanzbuchhalter, vom Entwicklungsingenieur und der Assistentin der Geschäftsleitung. Es ist zwar nur ein Planspiel, aber unter realistischen Bedingungen. Brauchen die Informatiklehrer Hilfestellung bei der Entwicklung des schuleigenen Intranets, sind die Systemadministratoren des Partnerunternehmens eine gute Adresse. Geht es darum, für diese gute Zusammenarbeit zwischen Schule und Wirtschaft ein wenig Werbung zu machen, dann fahren der Personalchef und der verantwortliche Lehrer auch gemeinsam zur Bildungsmesse nach Hannover, um andere Schulen von diesem Projekt zu begeistern. Fehlen der Schule finanzielle Mittel für dringend benötigte Schülerarbeitsplätze in Physik, so erweist sich das Partnerunternehmen auch in dieser Hinsicht als hilfsbereit, und nicht nur dort. Im Laufe der Jahre haben viele Schüler den Betrieb kennen gelernt. Betriebsbesichtigung und Betriebspraktika gehören dazu, ebenso wie eine kleine Dauerausstellung in der Eingangshalle der Schule. Auch das Lehrerkollegium hat sich durch den Betrieb führen lassen und dabei neue Anregungen für weitere Projekte mit dem Partnerbetrieb erhalten. Leicht ist es, die vielfältigen Aktivitäten zu beschreiben, die sich in drei Jahren Partnerschaft entwickelt haben. Daraus ein Handlungskonzept zu entwerfen, ist schwierig, wenn nicht gar unmöglich.

 

Worauf fußt unsere erfolgreiche Partnerschaft? Gegenseitiges Interesse Neugier und Sympathie. Der damalige Personalchef und jetzige Vorstandsvorsitzende der Sieb und Meyer AG und ich als Herderschul-Lehrer hatten die Gelegenheit, uns in vielen Gesprächen kennen zu lernen, Sympathie zu entwickeln und Neugier auf das Arbeitsumfeld des jeweilig anderen. Am Anfang der Partnerschaft stand weniger ein Arbeitskonzept als vielmehr das gegenseitige Interesse und daraus haben sich allmählich die vielfältigen Kontakte entwickelt. Dadurch, dass sich im Laufe der Zeit so viele Projektideen auftaten, hat sich ein Kreis von Kollegen an der Herderschule und Mitarbeitern aus der Führungsebene des Unternehmens ergeben, die sich kennen und Lust haben, mit Schülern ein neues Terrain zu bearbeiten.

 

Drei Interessen lassen sich in dieser Partnerschaft eindeutig benennen: Die Schule ist interessiert an wirtschaftlichem Sachverstand und Einblicken in die Arbeitswelt, der Betrieb ist interessiert an Studenten, die sich nach ihrem Examen auf der Suche nach einem Arbeitsplatz an den Partnerbetrieb der Herderschule erinnern.Vom Betrieb wird das Engagement aber auch uneigennützig als sozialer Beitrag in der Heimatregion gesehen, wohltuend diskret, ohne öffentlichkeitswirksame Werbung für das eigene Unternehmen.

 

Welche Voraussetzungen sind weiterhin notwendig? Viel Zeit ein offenes Ohr füreinander wenig Bürokratie Projektideen entwickeln sich selten am Schreibtisch, aber fast immer, wenn man sich sieht und Zeit für Gespräche hat. Deshalb ist es wichtig, dass man sich im Betrieb trifft und auch in der Schule, damit der Gesprächsfaden nicht abreißt. Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, die für das gegenseitige Verständnis von Bedeutung sein können: So ist mir Herr Meyer jun., jetzt Vorstand, einmal durch meinen Schulalltag gefolgt; von der ersten bis zur sechsten Stunde durch alle Jahrgänge. Schulbetrieb ist im Alltag leider auch immer bürokratisch, um so besser, wenn die Schulleitung dem eigenverantwortlichen Handeln der beteiligten Lehrer einen großen Spielraum ermöglicht, und schön ist es, wenn der Lehrer nach seinem Unterricht mal eben kurz im Betrieb vorbeischauen kann, ohne Anmeldung, um mit dem Personalchef eine Tasse Kaffee zu trinken. Wichtig waren die halbjährlichen Workshops vom sdw, zu denen wir – Betrieb und Schule - immer gemeinsam angereist sind. Hier gab es regelmäßigen Austausch, gemeinsames Arbeiten und anregende Gespräche.Der erste Workshop 1999 war die Initialzündung. Schule und Betrieb kannten sich bis dahin nicht, obwohl sie nur 15 Gehminuten voneinander entfernt liegen. Der Kontakt –über den Arbeitgeberverband Lüneburg vermittelt- erfolgte an diesem ersten Abend, als man sich kennen lernte, ohne zu wissen, wohin diese Partnerschaft einmal führen würde.Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ich als Lehrer der Herderschule dankbar für diese Partnerschaft bin, da ich inzwischen sehr viel gelernt habe und ohne Übertreibung unsere Schüler und Kollegen damit einbeziehe.

 

Ich bin vom Weiterbestehen dieser Partnerschaft fest überzeugt, auch nach Auslaufen der sdw-Begleitung im nächsten Jahr.

 

Horst Traffa-Raoult

 

SIEB & MEYER ist seit der Gründung im Jahr 1962 ein international erfolgreiches Unternehmen auf dem Gebiet der Industrieelektronik. Mit heute 220 Mitarbeitern entwickeln und fertigen wir Steuerungstechnik und Antriebselektronik. Die jüngste Produktsparte, Einspeisetechnik für erneuerbare Energien, wurde 2003 gegründet. Zu den Kerntechnologien gehören Steuerungen für den Maschinenbau und die Automatisierungstechnik, Frequenzumrichter für Hochgeschwindigkeitsanwendungen sowie Servoverstärker für unterschiedlichste Antriebe. Eine enge Kooperation mit unseren Kunden von der Entwicklung bis zur Serienreife unserer Produkte, der weltweite Service sowie kundenorientierte Schulungen sind die Grundlagen unserer Qualitätsphilosophie. Durch hochqualifizierte Entwicklungsteams und eine hoch integrierte Fertigung erreichen wir ein Höchstmaß an Innovation und Flexibilität.

 

SIEB & MEYER AG
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